WasserZweckVerband
Malchin Stavenhagen

Schultetusstraße 56
17153 Stavenhagen

info@wzv-malchin-stavenhagen.de

Tel. 039954 361-0
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"Wir möchten Ihnen interaktiv erläutern, welche Maßnahmen Sie ergreifen können, um einen Rückstau zu vermeiden, damit Keller und Garage trocken bleiben." film
WAS IST RÜCKSTAU?
ABWASSERENTSORGUNG UND -BEHANDLUNG

Durch die schadlose Abwasserableitung und -behandlung wird das benutzte Trinkwasser dem natürlichen Wasserkreislauf wieder zugeführt.

Denn Wasser wird nicht verbraucht, sondern nur gebraucht und damit in seiner Güte verändert. Wir sprechen dann von Abwasser.

Der WasserZweckVerband Malchin Stavenhagen hat die hoheitliche Aufgabe, das anfallende Abwasser störungsfrei aus den 20 Gemeinden des Verbandsgebietes abzuleiten und zu behandeln. Dazu dienen das über 373 km lange Kanalnetz und die 96 Abwasserpumpwerke, sowie die mobile Entsorgung.

19 Kläranlagen inklusive dem Klärwerk Stavenhagen reinigen jährlich ca. 1,6 Millionen Kubikmeter Abwasser.

Da nicht alle Bewohner im Verbandsgebiet an die öffentliche Kanalisation angeschlossen sind, sondern bisher nur ca. 77%, unterteilt man die Abwasserbeseitigung in die zentrale und dezentrale.

Auch bei der Abwasserbehandlung muss die Qualität des gereinigten Abwassers gemäß dem Wasserhaushaltgesetz (WHG) des Bundes und dem Landeswassergesetz des Landes Mecklenburg-Vorpommern (LWaG) überwacht werden.


Kläranlagen des Versorgungsgebietes

Name angeschlossene Orte Baujahr Kapazität in EW
Basedow Basedow
1988 450

Galenbeck Galenbeck
1993 160

Ivenack Ivenack
1990 1.533

Kastorf Kastorf
1994 280

Kittendorf Kittendorf
1967 350

Knorrendorf Knorrendorf
1994 180

Retzow Retzow
1992 200

Ritzerow Ritzerow
1994 450

Rosenow Rosenow
1998 950

Warsow Warsow
1993 125

Pinnow Pinnow
1994 105

Stavenhagen Duckow
Gielow
Gorschendorf
Grischow
Jürgenstorf
Klockow
Kummerow
Malchin
Neukalen
Pribbenow
Remplin
Salem
Stavenhagen
Weitendorf
2002 200.000

Mölln Klein Helle
Mölln
1996 1.100

Faulenrost Faulenrost
2006 429

Liepen Liepen
2012 <50

Sülten Sülten
2012 80

Groß Helle Groß Helle
2015 20


Klärwerk Stavenhagen

Das Klärwerk Stavenhagen ist mit einer Ausbaugröße von 200.000 Einwohnerwerten die größte Abwasserbehandlungsanlage des WasserZweckVerband Malchin Stavenhagen. Mit seiner Fertigstellung im Jahr 2002 sind wesentliche Voraussetzungen für die Entwicklung aller angeschlossenen Gemeinden und für die Ansiedlung von Industrie und Gewerbe geschaffen worden.
In das Klärwerk wird das Abwasser aus den Städten Malchin, Neukalen und Stavenhagen sowie den Orten Remplin, Salem, Gorschendorf, Gielow, Duckow, Jürgenstorf, Pribbenow, Grischow, Weitendorf, Kummerow und Klockow eingeleitet und behandelt. Darüber hinaus sind die abwasserintensiven Betriebe Pfanni, Cargill und SecAnim mit separaten Abwasserdruckrohrleitungen angeschlossen. Das Pfanniabwasser erfährt eine gesonderte Vorbehandlung. Insgesamt wird dem Klärwerk ein Abwasserstrom von ca. 4400m³ pro Tag zugeleitet.
Darüber hinaus werden der Schlamm aus den Kleinkläranlagen, die Inhalte der abflusslosen Gruben sowie die Inhalte aus Fettabscheidern des Verbandsgebietes über die Fäkalannahme bzw. Fettannahme im Klärwerk behandelt.

Welche Stufen der Abwasserbehandlung gibt es?
1. Mechanische Vorklärung
2. biologische Abwasserbehandlung
3. Nachklärung
4. Schlammbehandlung
5. Vorbehandlung des Pfanniabwassers
6. Biogasbildung & Blockheizkraftwerk


Mechanische Vorklärung

Das ankommende Abwasser, sowie das gesammelte Abwasser aus den abflusslosen Gruben, durchströmt die zweistraßige Rechenanlage. Diese Anlage dient der Abscheidung von Feststoffen, die gewaschen, gepresst und danach auf die Deponie gebracht werden.

Nach dem Rechen gelangt das Abwasser in den belüfteten Langsandfang mit eingebautem Fettfang. Durch die Querschnittsvergrößerung im Sandfang wird die Fließgeschwindigkeit so herabgesetzt, dass sich die noch im Abwasser befindlichen mineralischen Feststoffe absetzen. Der parallel geschaltete Fettfang dient dem Sammeln von Fetten, Schwimmschlamm und Leichtflüssigkeiten.

Als weitere mechanische Reinigungsstufe durchfließt das Abwasser das Vorklärbecken. Die noch enthaltenen organischen Feststoffe werden hier als Schlamm zurückgehalten und der Schlammfaulung zugeführt.


Biologische Abwasserbehandlung

Das jetzt mechanisch vorgereinigte Abwasser fließt in das Bio P-Becken, wo mit Hilfe von Mikroorganismen 65% des Phosphors abgebaut werden (biologische Phosphorelimination).

Die im Tagesdurchschnitt unterschiedlichen Abwassermengen können im Speicherbecken so ausgeglichen werden, dass die nachfolgende Belebungsanlage gleichmäßig belastet wird.

Im Belebungsbecken bauen Mikroorganismen mit Hilfe von eingetragenem Luftsauerstoff die organischen Schmutzstoffe ab und gleichzeitig erfolgt die Stickstoffreduktion (Nitrifikation / Denitrifikation).


Nachklärung

Das in der Belebungsanlage entstandene Schlamm-/Wassergemisch wird in den beiden Nachklärbecken getrennt. Dabei setzt sich der Schlamm, in dem von der Mitte nach außen durchströmten Becken, auf dem Boden ab. Das gereinigte Abwasser wird vor seiner Einleitung in den Vorfluter "Zuckergraben" permanent beprobt und mengenmäßig erfasst.


Schlammbehandlung

Der anfallende Schlamm aus der Nachklärung wird zum Teil als Biomasse der Belebungsanlage wieder zugeführt. Der Rest gelangt in die Schlammbehandlung.

Der Schlamm aus der mechanischen und biologischen Reinigungsstufe sowie aus den ländlichen Kleinkläranlagen und die angenommenen Fette werden voreingedickt, entwässert und der geschlossenen Faulung zugeführt.



Die geschlossene Faulung besteht aus zwei Faultürmen mit einem Volumen von je 1.300m³. Der ausgefaulte Schlamm wird in der maschinellen Schlammentwässerung über eine Zentrifuge entwässert und mit Kalk versetzt. Das so entstandene Produkt wird landwirtschaftlich verwertet.



Vorbehandlung des Pfanniabwassers

Wegen seiner besonders hohen Belastung wird der ca. 30°C warme Abwasserstrom von Pfanni im Klärwerk gesondert vorbehandelt. Über eine Siebtrommelanlage werden zunächst die Feststoffe abgetrennt.



Danach gelangt das Abwasser in die Vorversäuerung. Hier wird ein Teil der im Abwasser enthaltenen CSB-Fracht in organische Säuren umgewandelt, welche der Biogasbildung dienen.

Bevor das Abwasser im Mischbehälter auf ca. 37°C erwärmt wird und eine pH-Wert-Regulierung mittels Natronlauge erfolgt, muss der Abwasserstrom zwei Absetzbecken passieren, damit feinste Feststoffpartikel zurückgehalten werden können. Vom Mischbehälter wird das Abwasser in die 3 parallel betriebenen UASB-Reaktoren (Upflow Anaorobic Sludge Blanket) gefördert.



Das Abwasser durchströmt die Reaktoren von unten nach oben und kommt dabei mit einem speziellen Pelletschlamm in Berührung. Die im Schlamm enthaltenen Mikroorganismen reinigen das Abwasser und bilden dabei Biogas. Das so vorbehandelte Abwasser verlässt die Reaktoren in Richtung BIO P-Becken und Belebungsanlage.


Biogasbildung und Blockheizkraftwerk

Das in der Faulanlage und in den UASB-Reaktoren entstehende Biogas wird über eine biologische Gaswäsche, d. h. Entfernung von Schwefelwasserstoff, dem Gasspeicher zugeführt und zwischengespeichert.






Dieser hat ein Volumen von 2.000m³. Im Blockheizkraftwerk (BHKW), welches gleichzeitig als Notstromanlage fungiert, wird das erzeugte Biogas zu Elektroenergie und Wärmeenergie umgewandelt.



Über das BHKW können maximal 1.500 kW Elektro- und 2.100 kW Wärmeenergie erzeugt werden. Die Anlage ist so konzipiert, dass das Klärwerk Stavenhagen unabhängig von fremden Energieträgern betrieben werden kann. Es ist außerdem möglich überschüssige eigenerzeugte Elektroenergie ins Netz des regionalen Stromversorgers einzuspeisen.